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23.10.2015

Freiburger Bundestagsabgeordnete informiert sich bei ChemCon über die Herausforderungen innovativer kleiner und mittelständischer Betriebe in Deutschland

v.l.n.r.: Carola Maute-Stephan (VCI) Kerstin Andreae (GRÜNE), Raphael Vogler (CEO ChemCon), Peter Gockel (CSO ChemCon)

Der Mittelstand ist traditionell das Rad der deutschen Wirtschaft. Auch in der Chemie und Pharmabranche leisten kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) einen entscheidenden Beitrag zu wichtigen Innovationen und Arbeitsplätzen in Deutschland. Kerstin Andreae, stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, besuchte ChemCon um die Sorgen und Herausforderungen von KMUs in Deutschland zu diskutieren. Zentrale Fragen für die Freiburger Abgeordnete waren dabei die Faktoren, die zu erfolgreichen Gründungen führen und welche Maßnahmen die Politik ergreifen sollte. Initiiert wurde der Besuch von Frau Maute-Stephan, Vorsitzende des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) Baden-Württemberg, die das Freiburger Unternehmen als Beispiel für 20 Jahre Wachstum vom Start-Up zum stabilen Arbeitgeber vorschlug.

ChemCon ist als Auftragsentwickler und -hersteller von Pharmawirkstoffen und Feinchemikalien weltweit am Markt aktiv. 1997 aus der Freiburger Universität heraus gegründet, beschäftigt ChemCon heute etwa 80 Mitarbeiter. Das Unternehmen schafft stetig neue Arbeitsplätze am Standort Freiburg und ist seit vielen Jahren anerkannter Ausbildungsbetrieb. CEO Dr. Raphael Vogler stellt das Erfolgsmodell des Dienstleisters vor: höchste Qualität und die Spezialisierung auf den stark wachsenden Markt der Wirkstoffproduktion in Kleinmengen. Wissenschaftler entwickeln zunehmend Wirkstoffe gegen seltene Krankheiten, personalisierte Medikamente oder hochpotente Wirkstoffe, z.B. zur Krebstherapie, deren Bedarf sich auf unter 100 g bis wenige 100 kg pro Jahr beschränkt. Zudem werden Pharmawirkstoffe für präklinische und klinische Studien in zunächst sehr kleinen Mengen, jedoch zu nicht weniger strikten behördlichen Produktionsbestimmungen benötigt.

Abschließend thematisierte Dr. Vogler die Herausforderungen für KMUs durch verschärfte Produktionsbestimmungen. Die immer häufigere Umsetzung neuer, zweifellos wichtiger Gesetze zum Schutz von Gesundheit, Umwelt und zur Arbeitssicherheit führe unumgänglich zu stark ansteigenden Produktionskosten. Gleichzeitig stagnierten die Marktpreise von Generika (das heißt Medikamente, deren Patent in der Vergangenheit ausgelaufen ist) in Deutschland seit Jahren, und es bestehe die akute Gefahr, dass die Produktion einer Vielzahl von Wirkstoffen für den deutschen Markt unrentabel werde. Kürzlich thematisierte auch die Zeitung „Die Welt“ diese Entwicklung in dem Beitrag „Krebsmedikament Melphalan ist in Deutschland knapp“ (30.08.2015). ChemCon produziert dieses wichtige Generikum aus den 50er Jahren heute unter höchsten nationalen und internationalen Produktionsstandards am Standort Freiburg. Absetzen kann das Unternehmen den Wirkstoff jedoch nur international; der deutsche Marktpreis decke ChemCons Produktionskosten nicht.

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