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chemische Namensreaktionen

Grundlegende chemische Reaktionen wurden oft nach ihren Entdeckern/Entwicklern benannt. Sie stellen ein Fundament in der Organischen Chemie dar und helfen bei der Aufstellung von komplizierten Synthesen. Als Auftragshersteller von "small organic molecules" und Polymeren beschäftigt sich ChemCon natürlich mit der Entwicklung von Synthesen und  dem Überführen von Synthesen aus dem Labor in einen größeren Maßstab (Upscaling). Somit sind diese Namensreaktionen, die alle bereits in ChemCon Laboren angewendet wurden, eine der chemischen Grundlagen für unsere synthetische Arbeit.

Hier ist eine Liste mit Namensreaktionen gegeben, die wöchentlich erweitert wird. So entwickelt sich ein Nachschlagwerk, das nicht nur Studierenden helfen soll.

Charles Adolphe Wurtz und Alexander Porfyrech Borodin enteckten Ende des 19. Jahrhundert unabhängig voneinander diesen Reaktionstyp.

Charles Adolphe Wurtz war ein französicher Chemiker und Arzt. Geboren wurde er 1817 in Straßburg. Über ein Studium der Medizin bei dem er sich sehr für die klinische Chemie interessierte, ging er für ein Jahr zu Justus Liebig nach Giessen. Anschließend kehrte er nach Paris zurück. Wurtz beschäftigte sich mit der organischen Chemie, insbesondere mit organischen Stickstoffverbindungen. An der berühmten Sorbonne war Wurtz der erste Lehrstuhlinhaber für organische Chemie. Die Wurtz-Fittig-Synthese ist eine weitere Namensreaktion, bei der Charles Adolphe Wurtz mitarbeitete.

Alexander Porfyrech Borodin war ein russischer Komponist, Professor der organischen Chemie und Mediziner. Geboren wurde Bordi Anfang des 19. Jahrhunderts in St. Petersburg. Musikalische Begabung und eine gute musische Erziehung ließ ihn mehrere Instrumente lernen. 1850 begann er sein Studium der Medizin und 1859 das der Chemie. Bereits mit 29 Jahren erhielt Borodin eine Professur für organische Chemie. Auch auf dem Gebiet der Fluorverbindungen forschte Borodin.

Schematische Darstellung der Aldol Reaktion und der Aldol Kondensation

Schematische Darstellung der Aldol Reaktion und der Aldol Kondensation

Arthur C. Cope

...war ein US-amerikanischer Chemiker und Professor für organische Chemie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge.

Er promovierte mit dem Thema “The synthesis of local anesthetics containing various phenylalkyl groups: Vinylethyl malonic ester and the cleavage of certain substituted malonic esters with sodium ethoxide” n der University of Wisconsin-Madison im Jahr 1932.

Während des Zweiten Weltkriegs führte er eine Reihe von Forschungen für chemische Waffen, Malariamittel und die Behandlung von Senfgasopfern durch.

Am MIT leitete er ab 1945 die Chemieabteilung. Die präparative organische Chemie war eines seiner Arbeitsgebiete, insbesondere Eliminierungs- und Kondensationsreaktionen. Daher wurden die Cope-Umlagerung, die Diaza-Cope-Umlagerung und die Cope-Eliminierung nach ihm benannt.

Otto Paul Hermann Diels und Kurt Alder:

Diels wurde in Hamburg geboren und zog mit seiner Familie nach Berlin, wo er Chemie studierte. Er blieb bis 1915 an der Universität Berlin und nahm dann eine Stelle an der Universität Kiel an, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1945 blieb. Während seiner Zeit in Kiel arbeitete er mit Kurt Alder an der Entwicklung der Diels-Alder-Reaktion.
Alder wurde im Industriegebiet von Königshütte in Schlesien geboren. Als Königshütte ein Hafen von Polen wurde, zog er nach Berlin. Er promovierte in Kiel, wo er Herrn Diels kennenlernte. Alder erhielt mehrere Ehrentitel und andere Auszeichnungen, darunter 1950 den Nobelpreis für Chemie, den er sich mit seinem Lehrer Diels für ihre Arbeiten über die Diels-Alder-Reaktion teilte.

Schematische Darstellung der Diels-Alder Reaktion

Schematische Darstellung der Diels-Alder Reaktion

Victor Grignard:

Nicht bestandene Aufnahmeprüfungen in Mathematik - Militärdienst - Nobelpreisträger für Chemie

Obwohl er die Aufnahmeprüfung zunächst nicht bestand, versuchte er es nach einem Jahr beim Militär erneut und war erfolgreich. Das reichte ihm aber nicht und er wechselte zur Chemie.
Dank Dr. Grignard, der 1912 (zusammen mit Paul Sabatier) den Nobelpreis für Chemie erhielt, ist es heute möglich, Synthesen mit fortschrittlichen Methoden in der organischen Chemie durchzuführen.
Grignard veröffentlichte rund 170 wissenschaftliche Artikel über seine Arbeit und arbeitete bis zu seinem Tod an einer großen chemischen Enzyklopädie in französischer Sprache.
Auch wenn er anfangs vor einer Herausforderung stand, hat er nie aufgegeben.

Schematische Darstellung der Grignard-Reaktion

Schematische Darstellung der Grignard-Reaktion

Heinrich Emil Albert Knoevenagel...

..., geboren in Hannover, war ein deutscher Chemiker.

Nach Studien in Hannover und Göttigen promovierte er 1889. Knoevenagel folgte Victor Meyer nach Heidelberg und wurde dort sein Assistent.  Er habilitierte sich 1892 in Heidelberg mit dem Thema "Asymmetrischer Kohlenstoff". Emil Knoevenagel arbeitet als Professor an der Universität Heidelberg und beschäftigt sich mit Stickstoff-Heterocyclen-Verbindungen. Die Herstellung von ungesättigten Carbonylverbindungen ist nach ihm als Knoevenagel-Reaktion benannt. Ein besonderes Beispiel für die Aldol-Kondensation.

Schematische Darstellung der Knövenagel Reaktion

Schematische Darstellung der Knövenagel Reaktion

Arthur Michael...

...war ein US-amerikanischer Chemiker, der nie seinen Universitätsabschluss machte. Sein Wissen über Chemie eignete er sich durch lokale Lehrer in seinem Privatlabor an. Aufgrund einer Krankheit war es ihm nicht möglich ein Studium in Harvard zu absolvieren. Weiteres Wissen erlang er durch Besuche von bekannten Chemikern auf einer Europareise. Am Tufts College lernte er seine Frau kennen und arbeitete als Professor für Chemie. 1912 ging er an die Harvard University, an der er bis 1936 als Professor ohne Vorlesungspflicht wirkte. Heutzutage ist Arthur Michael hauptsächlich für die nach ihm benannte Michael Addition bekannt.

Frederick Nye Tebbe...

... war ein metallorganischer Chemiker, der das so genannte Tebbe-Reagenz veröffentlichte, mit dem man eine Methylengruppe anstelle einer Carbonylfunktion einführen kann.

Tebbe wurde in Oakland, Kalifornien, geboren. Er studierte Chemie und erhielt einen Bachelor-Abschluss an der Pennsylvania State University.
Nach dem Chemiestudium ging er für ein Jahr an die Montana State University und studierte Psychologie und Philosophie. Im Jahr 1965 wurde er von der zentralen Forschungsabteilung von DuPont eingestellt, wo er das Tebbe-Reagenz entwickelte, das von Robert Grubbs (Nobelpreis 2005) nach ihm benannt wurde.

Schematische Darstellung der Tebbe Reaktion

Schematische Darstellung der Tebbe Reaktion

Fritz Ullmann war ein Deutscher Chemiker.

Er studierte an der Universität in Genf, wo er 1895 promoviert wurde. An der Technische Hochschule Berlin lehrte er von 1905 bis 1913 als Privatdozent und von 1922 bis 1925 als assoziierter Professor.
Von 1914 bis 1922, veröffentlichte er die erste Auflage der Encyclopedie der Technischen Chemie in 12 Bänden ein Standardwerk, das seit dieser Zeit immer wieder Aktualisierung erfährt.
Er entwickelte einige wichtige Synthese Methoden wie die Synthese von Diarylaminen, Synthese von Carbazolen und die hier vorgestellte Ullmann Reaktion zur Herstellung von Biarylen.

Schematische Darstellung der Ullmann Reaktion

Schematische Darstellung der Ullmann Reaktion

Georg Friedrich Karl Wittig:

Wittig war ein deutscher Chemiker und Nobelpreisträger. Aufgrund seines familiären Hintergrunds war er künstlerisch sehr begabt. Er spielte Klavier, komponierte und malte sehr gut. Doch seine Liebe galt der Chemie. Obwohl er mitten in seinem Chemiestudium eingezogen wurde und in Kriegsgefangenschaft geriet, setzte er sein Studium fort, sobald er frei war.

Mittels der Wittig-Reaktion können Kohlenstoff-Kohlenstoff Doppelbindungen geknüpft werden. Dabei kommt eine Carbonylverbindung und ein Phosphonium Ylid zum Einsatz, wobei der Carbonly-Sauerstoff gegen den Kohlenstoff substituiert wird.

Schematische Darstellung der Wittig Reaktion

Schematische Darstellung der Wittig Reaktion