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chemische Namensreaktionen

Grundlegende chemische Reaktionen wurden oft nach ihren Entdeckern/Entwicklern benannt. Sie stellen ein Fundament in der Organischen Chemie dar und helfen bei der Aufstellung von komplizierten Synthesen. Als Auftragshersteller von "small organic molecules" und Polymeren beschäftigt sich ChemCon natürlich mit der Entwicklung von Synthesen und  dem Überführen von Synthesen aus dem Labor in einen größeren Maßstab (Upscaling). Somit sind diese Namensreaktionen, die alle bereits in ChemCon Laboren angewendet wurden, eine der chemischen Grundlagen für unsere synthetische Arbeit.

Hier ist eine Liste mit Namensreaktionen gegeben, die wöchentlich erweitert wird. So entwickelt sich ein Nachschlagwerk, das nicht nur Studierenden helfen soll.

Osman Achmatowicz wurde am 16. April 1899 in Belarus geboren. Seinen Schulabschluss inklusive Abitur machte er in Sankt Petersburg. Anschließend studierte Achmatowicz an der Stefan-Bathory-Universität in Wilna wo er auch der ältesten polnischen Studentenverbindung „Konvent Polonia“ angehörte.

Später wurde er sowohl zum Mitglied der Polnischen Akademie der Gelehrsamkeit als auch zum Mitglied der Warschauer Wissenschaftsgesellschaft gewählt. Im Jahr 1960 erhielt er von der Technischen Hochschule Łódź die Ehrendoktorwürde.

Die im Jahr 1971 entwickelte Achmatowicz-Reaktion wurde nach ihm benannt.

Bei der Acyloin-Kondensation reagieren zwei Ester unter Bildung eines Acyloins. Die Reste R1 und R2 sind Organylreste.

Mechanistisch reagiert der 1. Ester mit Natrium, welches die Reaktion ermöglicht, und bildet ein radikalisches Anion. Dieses Anion reagiert mit dem radikalischen Anion, das aus dem anderen Ester gebildet wurde zu einem Dianion. Durch Abspaltung von zwei Alkoholatresten (R2O-) entsteht ein Diketon, das mit überschüssigem Natrium zu einem Dianion reduziert wird. Dieses Dianion wird dann bei wässriger Aufarbeitung zum α-Hydroxyketon, Acyloin, hydrolysiert.

Charles Adolphe Wurtz und Alexander Porfyrech Borodin enteckten Ende des 19. Jahrhundert unabhängig voneinander diesen Reaktionstyp.

Charles Adolphe Wurtz war ein französicher Chemiker und Arzt. Geboren wurde er 1817 in Straßburg. Über ein Studium der Medizin bei dem er sich sehr für die klinische Chemie interessierte, ging er für ein Jahr zu Justus Liebig nach Giessen. Anschließend kehrte er nach Paris zurück. Wurtz beschäftigte sich mit der organischen Chemie, insbesondere mit organischen Stickstoffverbindungen. An der berühmten Sorbonne war Wurtz der erste Lehrstuhlinhaber für organische Chemie. Die Wurtz-Fittig-Synthese ist eine weitere Namensreaktion, bei der Charles Adolphe Wurtz mitarbeitete.

Alexander Porfyrech Borodin war ein russischer Komponist, Professor der organischen Chemie und Mediziner. Geboren wurde Bordi Anfang des 19. Jahrhunderts in St. Petersburg. Musikalische Begabung und eine gute musische Erziehung ließ ihn mehrere Instrumente lernen. 1850 begann er sein Studium der Medizin und 1859 das der Chemie. Bereits mit 29 Jahren erhielt Borodin eine Professur für organische Chemie. Auch auf dem Gebiet der Fluorverbindungen forschte Borodin.

Schematische Darstellung der Aldol Reaktion und der Aldol Kondensation

Schematische Darstellung der Aldol Reaktion und der Aldol Kondensation

Rolf Appel wurde 1921 in Hamburg geboren und studierte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Chemie. Promoviert wurde er 1951 von der Chemikerin Margot-Becke-Goehring. Nach dem Studium übernahm er 1962 an der Universität Bonn einen Chemie-Lehrstuhl.

Eine große Ehrung wurde ihm zuteil, als er 1986 als Auszeichnung die Liebig-Denkmünze erhalten hatte. Bekannt geworden ist er für die nach ihm benannte Reaktion.

Friedrich Asinger wurde 1907 in Niederösterreich geboren. Nach seinem Abitur in Krems an der Donau im Jahr 1924 begann er sein Chemiestudium an der TH Wien. 1932 promovierte er mit einer Arbeit über den Einfluss von Substituenten auf die Verseifungsgeschwindigkeit von Benzalchlorid.

Nach verschiedenen Industrieanstellungen habilitierte sich Asinger 1943 an der Universität Graz und wurde 1944 Dozent an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Aufgrund von Verbindungen zur NSDAP verlor er diese Position nach Ende des Zweiten Weltkriegs. 1946 wurde er mit anderen Wissenschaftlern in die Sowjetunion verschleppt, wo er als Arbeitsgruppenleiter an der Entwicklung von Raketentreibstoffen beteiligt war und Synthesewege zu Schwefel- und Stickstoff-haltigen Heterocyclen entdeckte.

Ab 1954 kehrte Asinger nach Deutschland zurück und folgte 1957 einem Ruf an die Martin-Luther-Universität Halle (Saale) sowie später an die TU Dresden. In dieser Zeit ermutigte er unter anderem Becker dazu, das Organikum zu schreiben.

Ab 1959 leitete Asinger das Institut für Technische Chemie und Petrochemie an der RWTH Aachen. Hier entwickelte er die Stickstoff-Schwefel-Heterocyclen-Chemie weiter, die heute als Asinger-Chemie bekannt ist. Ein Beispiel dafür ist die dreizehnstufige Synthese von D-Penicillamin, deren Ausgangsreaktion die Asinger-Synthese ist.

Durch eine Asinger-Synthese-analoge Reaktion können auch 3-Oxazoline hergestellt werden. Die bedeutenderen Oxazoline sind jedoch die 2-Oxazoline, die durch kationische Ringöffnungspolymerisation polymerisiert werden können. Je nach Kettenlänge, Vernetzungsgrad und angefügten funktionellen Gruppen können diese unterschiedlichste Funktionalitäten aufweisen. Die Polymere aus 2-Oxazolin werden als Polyoxazoline bezeichnet.

ChemCon beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Synthese dieser Polymeren und ist in der Lage, sie nach den Wünschen der Kunden unter GMP-Bedingungen herzustellen. Das Unternehmen verfügt über Synthese- und Analytikexperten sowie langjährige Erfahrung im Bereich GMP und GMP-Dokumentation, die durch Inspektionen der FDA und deutscher Behörden belegt ist.

Schematische Darstellung der Asinger-Reaktion

Schematische Darstellung der Asinger-Reaktion

Adolf von Baeyer wurde im Oktober 1835 als fünftes von sieben Kindern in Berlin geboren. Nachdem er am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium seinen Schulabschluss gemacht hatte, studierte er Mathematik und Physik an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin, sowie Chemie an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg.

Adolf war Gründungsmitglied der „Deutschen Chemischen Gesellschaft“ zu Berlin, die die Fachzeitschrift „Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft“ veröffentlichten.

An seinem 50. Geburtstag wurde er von König Ludwig II. von Bayern in den erblichen Adelsstand erhoben und erhielt den Titel „von“.

Die Baeyer-Indol-Synthese wurde im Jahr 1869 von Adolf von Baeyer und Adolphe Emmerling entdeckt.

1905 erhielt von Baeyer den Nobel Preis für seine Arbeiten zu organischen Farbstoffen.

Victor Villiger wurde im Jahr 1868 am Zuger See in der Schweiz geboren. Nach seinem Schulabschluss studierte Villiger Chemie an der Universität Genf, bevor er zum Militärdienst eingezogen wurde.

1890 kam er an die Universität München, wo er später mit seiner Arbeit über die Hexahydro-isophthalsäure promovierte. In dieser Zeit lernte er auch seinen Mentor Adolf von Baeyer kennen. Die beiden arbeiteten 11 Jahre zusammen und haben zwischen 1899 und 1900 gemeinsam die Baeyer-Villiger-Oxidation entwickelt.

Adolf von Baeyer wurde im Oktober 1835 als fünftes von sieben Kindern in Berlin geboren. Nachdem er am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium seinen Schulabschluss gemacht hatte, studierte er Mathematik und Physik an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin, sowie Chemie an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg.

Adolf war Gründungsmitglied der „Deutschen Chemischen Gesellschaft“ zu Berlin, die die Fachzeitschrift „Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft“ veröffentlichten.

An seinem 50. Geburtstag wurde er von König Ludwig II. von Bayern in den erblichen Adelsstand erhoben und erhielt den Titel „von“.

Günther Schiemann wurde 1899 in Breslau geboren. Er besuchte die Universität Breslau und promovierte dort im Jahr 1925 zum Dr. phil. mit einer Arbeit, die den Titel "Über den Mechanismus der Oxidation der Harnsäure" trug. Anschließend war er bis 1926 als Volontärassistent an der ETH Zürich bei Hermann Staudinger tätig. In den Jahren 1926 und 1935 arbeitete Schiemann als Assistent und Oberassistent an der Technischen Hochschule Hannover, wo er ab 1929 auch als Privatdozent lehrte. Die Balz-Schiemann Synthese gelang ihm erstmals im Jahr 1927. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung wurde ihm 1935 seine Anstellung und 1937 auch seine Dozentur gekündigt. Zwischen 1935 und 1950 arbeitete Schiemann in der Privatwirtschaft. Im Jahr 1946 wurde er nebenberuflicher Dozent in Hannover und im Jahr 1950 Professor an der Universität Istanbul, wo er das "Sinai Kimya Institut" leitete. Im Jahr 1956 kehrte er als Professor nach Hannover zurück und leitete dort das Institut für Technische Chemie.

Fast 20% der 200 meistverkauften Arzneiwirkstoffe des Jahres 2018 enthielten mindestens ein Arylfluorid oder ein Derivat davon.

Schematische Darstellung der Balz-Schiemann-Reaktion

Schematische Darstellung der Balz-Schiemann-Reaktion

Derek H.R. Barton war ein britischer Chemiker, der 1969 den Nobelpreis für Chemie erhielt. Er wurde am 8. September 1918 in Gravesend, Kent, geboren und studierte ab 1938 am Imperial College der University of London. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er für zwei Jahre als Chemiker in einem Regierungsprogramm. Danach wechselte er zum Imperial College nach Birmingham, wo er für zwei Jahre als Lehrbeauftragter tätig war. Von 1946 bis 1949 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Imperial Chemical Industries (ICI). Von entscheidender Bedeutung für seinen weiteren beruflichen Entwicklungsweg war die 1949 beginnende Gastdozentur an der Harvard University (USA) in der Abteilung Naturstoffchemie. Hier lernte er den US-amerikanischen Wissenschaftler und Chemiker Robert B. Woodward kennen. Beide verband ab diesem Zeitpunkt eine lebenslange wissenschaftliche Zusammenarbeit und enge Freundschaft. Damit begann seine bahnbrechende wissenschaftliche Arbeit über die Konformationsanalyse.

Barton arbeitete auch mit dem Unternehmen Schering-Plough zusammen und bearbeitete an seinem Forschungsinstitut für Medizin und Chemie in Cambridge das Thema “Aldosteron”. Dabei entdeckte er, was heute als Barton-Reaktion bekannt ist, einen photochemischen Prozess, der eine relativ einfache Methode zur Synthese von Aldosteron ermöglicht. Das war ein großer Erfolg seiner Forschungsarbeit. Daraus entwickelten sich fast 40 Jahre enge Praxisbeziehungen zwischen der medizinischen Forschung und der Pharmaindustrie.

Die Barton-Decarboxylierung ist eine Namensreaktion der organischen Chemie. Mit ihrer Hilfe können organische Reste von Carbonsäurechloriden oder Carbonsäuren abgespalten werden.

Bartons Einfluss auf die heutige Pharmazie ist enorm. Seine Forschungsarbeit hat dazu beigetragen, dass die Synthese von Aldosteron und anderen Steroiden heute einfacher und effizienter ist. Seine bahnbrechenden Arbeiten zur Konformationsanalyse haben auch die Struktur und Synthese von Steroiden revolutioniert. Seine Entdeckungen haben die pharmazeutische Forschung und Entwicklung vorangetrieben und die Grundlage für viele wichtige Medikamente gelegt.

Schematische Darstellung der Barton-Decarboxylierung

Schematische Darstellung der Barton-Decarboxylierung

Antoine Béchamp wurde 1816 in Frankreich geboren, ging aber als Siebenjähriger mit seinem Onkel nach Bukarest. 1831 fing er dort eine Apothekerlehre an, die er aber erst einige Jahre später in Frankreich beendete. Nachdem er seine eigene Apotheke gegründet hatte, arbeitete er an der Apothekerschule im Bereich Chemie, Physik und Toxikologie. In dieser Zeit lernte er den Chemie-Professor Louis Pasteur kennen, welchem er seine Doktorarbeit in Chemie widmete. Auf der Grundlage dieser Arbeit entwickelte er 1852 seine Béchamp-Reduktion, welche zum Aufstieg der Farbenindustrie beitrug.

Arthur Birch wurde 1915 in Sydney/Australien geboren. Er studierte an der Universität von Sydney, wo er 1937 den Bachelor of Science und 1938 den Master of Science erwarb.1940 wurde er an der Universität von Oxford/UK promoviert. 1952 übernahm Birch eine Professur für Organische Chemie an der Universität von Sydney. 1958 wechselte er erneut nach UK und übernahm eine Professur an der Universität von Manchester. Von 1967 bis 1980 war Birch Dekan an der Australian National University of Canberra.

Durch die Birch'sche Reduktion konnte erstmalig ein Steroid chemisch synthetisiert werden, was für die Pharmazeutische Industrie bis heute von großer Bedeutung ist.

Für die nach Hans Theodor Bucherer und Hermann Bergs benannte Synthese beziehungsweise die durch sie entstehenden Hydantoine gibt es im Labor und in der Technik zahlreiche praktische Anwendungen.

Bucherer absolvierte sein Abitur in Köln und studierte an den Universitäten München, Karlsruhe und Leipzig Chemie. Seine Dissertation schloss er 1893 unter Johannes Wislicenus in Leipzig ab. Der Titel seiner Arbeit lautete „Über einige Derivate des Keto-Hexens des Ketons der α Pimelinsäure“. Nach einiger Zeit bei der BASF wurde er 1901 Privatdozent an der Technischen Hochschule Dresden und folgte 1913 einem Ruf an die Technische Hochschule Berlin. Ab 1926 war er Professor für Chemische Technologie an der Technischen Hochschule München. In der Zeit von 1908 bis 1916 war er nebenbei in der chemischen Industrie tätig. Im Jahr 1935 wurde Bucherer emeritiert. 1944 erhielt er die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft.

Neben der Bucherer-Bergs-Synthese entdeckte er auch die Bucherer-Reaktion, die es ermöglicht, Phenole und Naphthole etc. in die entsprechenden aromatischen Amine zu überführen.

Hydantoine werden in verschiedenen Anwendungen genutzt. Ausgehend von Hydantoin können heterocyclische Wirkstoffe wie zum Beispiel Phenytoin zur Dauerbehandlung von Epilepsie und Herzrhythmusstörungen hergestellt werden. Hydantoine können auch zur Herstellung von Zuckerderivaten verwendet werden. Außerdem sind sie ein Edukt zur Herstellung von Aminosäuren wie Methionin, von dem jährlich mehrere 100.000 Tonnen produziert werden.

Hydantoine sind ein Derivat des Imidazols. Ein weiteres Derivat davon ist Histamin, das durch Decarboxylierung der Aminosäure Histidin gewonnen werden kann. Eine Anwendung für Histamin ist als Histamin dihydrochlorid in Ceplene, zur Behandlung einer seltenen Art der Leukämie oder als positive Kontrolle in Allergietests.

Schematische Darstellung der Bucherer-Bergs-Synthese

Schematische Darstellung der Bucherer-Bergs-Synthese

Ludwig Rainer Claisen geboren am 14. Januar 1851 in Köln war ein deutscher Chemiker. Er machte 1869 sein Abitur auf einem Gymnasium in Köln. Danach studierte er bis 1871 Chemie an der Universität Bonn und bis 1873 in Göttingen. Bis 1875 promovierte er in Bonn unter Kekulé mit der Arbeit „Beiträge zur Kenntniss des Mesityloxyds und des Phorons“ und wurde zunächst Kekulés Assistent.

Drei Jahre später habilitierte er und wurde anschließend als Privatdozent übernommen. Nach einigen Jahren am Owens College in Manchester und München folgte er dem Ruf an die RWTH Aachen, wo er zum Ordinarius für Chemie ernannt wurde. 1897 wechselte er an die Universität Kiel, wurde jedoch schon 1902 aus gesundheitlichen Gründen emeritiert. Zwei Jahre später forschte er in Berlin weiter bevor er ein privates Labor im Rheinland eröffnete.

Er war Mitglied der Bayrischen Akademie der Wissenschaften sowie Ehrenmitglied des Vereins deutscher Chemiker und wurde 1881 zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Im gleichen Jahr entdeckte er die Claisen Kondensation. Außerdem sind einige Laborgeräte nach ihm benannt die „Claisenbrücke“ und der „Claisenkolben“.

Schematische Darstellung der Claisen Kondensation

Schematische Darstellung der Claisen Kondensation

Arthur C. Cope

...war ein US-amerikanischer Chemiker und Professor für organische Chemie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge.

Er promovierte mit dem Thema “The synthesis of local anesthetics containing various phenylalkyl groups: Vinylethyl malonic ester and the cleavage of certain substituted malonic esters with sodium ethoxide” n der University of Wisconsin-Madison im Jahr 1932.

Während des Zweiten Weltkriegs führte er eine Reihe von Forschungen für chemische Waffen, Malariamittel und die Behandlung von Senfgasopfern durch.

Am MIT leitete er ab 1945 die Chemieabteilung. Die präparative organische Chemie war eines seiner Arbeitsgebiete, insbesondere Eliminierungs- und Kondensationsreaktionen. Daher wurden die Cope-Umlagerung, die Diaza-Cope-Umlagerung und die Cope-Eliminierung nach ihm benannt.

Elias James Corey ist ein US-amerikanischer Chemiker, der 1990 den Nobelpreis für Chemie für seine Entwicklung der Theorie und Methodik der organischen Synthese erhielt, insbesondere für seine Etablierung der Retrosynthese.

Corey wurde 1928 in Methuen, Massachusetts, als Sohn libanesischer Christen geboren. Er studierte Chemie am Massachusetts Institute of Technology, wo er 1948 seinen Bachelor-Abschluss und 1951 seinen Doktorgrad erwarb. Von 1951 bis 1959 war er Professor an der University of Illinois, wo er mit 27 Jahren zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Seit 1959 ist er Professor an der Harvard University.

Corey hat über fünf Jahrzehnte lang in fast allen Bereichen der organischen Chemie geforscht und wichtige Beiträge zur Biochemie und zur modernen medizinischen Wissenschaft geleistet. Er hat zahlreiche Synthesemethoden und Reagenzien entwickelt, wie zum Beispiel das Pyridiniumchlorochromat oder die 1,3-Dithiane als Schutzgruppe für Carbonylverbindungen. Er hat auch die metallorganische Chemie, die katalytische asymmetrische Reaktion und den mechanistischen Einblick in die Bindungsbildung erforscht. Er war der erste, der Computer für die Gestaltung von Synthesewegen einsetzte.

Eines seiner bekanntesten Werke ist die Retrosynthese, eine logische Methode zur Planung der Synthese komplexer organischer Moleküle aus einfachen Vorläufern. Die Retrosynthese basiert auf dem Prinzip, dass eine komplexe Struktur in einfachere Teile zerlegt werden kann, indem man sich vorstellt, wie sie durch bekannte Reaktionen gebildet werden könnte. Diese Teile können dann weiter zerlegt werden, bis man zu verfügbaren Ausgangsmaterialien gelangt. Die Retrosynthese ist ein mächtiges Werkzeug für die Synthese von Naturstoffen, Arzneimitteln und anderen biologisch aktiven Verbindungen.

Corey hat mehrere hundert Totalsynthesen von Naturstoffen durchgeführt, darunter mehrere Prostaglandine, Steroide, Antibiotika und Alkaloide. Er hat auch das antivirale Medikament Oseltamivir (Tamiflu) synthetisiert, das gegen Influenza wirksam ist.

Corey ist einer der produktivsten und einflussreichsten Chemiker aller Zeiten. Er hat über 1000 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht und über 70 wissenschaftliche Preise erhalten. Er hat auch zahlreiche Industriechemiker sowie spätere Professoren und Nobelpreisträger wie Ryoji Noyori und Bengt Ingemar Samuelsson ausgebildet.

Schematische Darstellung der Corey-Bakshi-Shibata-Reduktion

Schematische Darstellung der Corey-Bakshi-Shibata-Reduktion

Elias James Corey: Ein Chemiker, der die Welt veränderte

Elias James Corey wurde am 12. Juli 1928 in Methuen, Massachusetts, geboren. Er ist ein US-amerikanischer Chemiker und Nobelpreisträger. Corey ist emeritierter Professor an der Harvard University. Seine Studien über fünf Jahrzehnte umfassen nahezu alle Bereiche der Organischen Chemie und hatten entscheidende Auswirkungen auf die Biochemie und die moderne medizinische Wissenschaft.

Akademische Laufbahn

Corey erhielt seinen Bachelor-Abschluss in Chemie an der Harvard University im Jahr 1950. Anschließend promovierte er an der University of Illinois at Urbana-Champaign bei John C. Sheehan. Nach seiner Promotion arbeitete Corey als Postdoktorand am Massachusetts Institute of Technology (MIT) bei Robert Burns Woodward.

Im Jahr 1954 kehrte Corey an die Harvard University zurück, wo er eine Professur für Organische Chemie erhielt. Er blieb bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 an der Harvard University.

Wissenschaftliche Errungenschaften

Corey hat im Laufe seiner Karriere zahlreiche bedeutende Beiträge zur Organischen Chemie geleistet. Zu seinen wichtigsten Errungenschaften gehören:

  • Die Entwicklung neuer Synthesemethoden für komplexe Naturstoffe, darunter Steroide, Terpene und Alkaloide.
  • Die Erforschung der Mechanismen organischer Reaktionen.
  • Die Entwicklung neuer molekularer Katalysatoren.

Coreys Arbeiten haben dazu beigetragen, das Verständnis organischer Reaktionen zu vertiefen und neue Wege für die Synthese komplexer Moleküle zu eröffnen. Sie haben auch wichtige Auswirkungen auf die Biochemie und die moderne medizinische Wissenschaft gehabt.

Corey-Ghanem-Oxidation

Die Corey-Ghanem-Oxidation ist eine wichtige Synthesemethode für die Oxidation von Alkoholen zu Ketonen oder Aldehyden. Die Reaktion wurde 1967 von Elias James Corey und seinem Studenten Samir A. Ghanem entwickelt.

Die Corey-Ghanem-Oxidation verläuft in zwei Schritten. Im ersten Schritt wird der Alkohol mit einem starken Oxidationsmittel, wie z. B. Chromtrioxid, oxidiert. Im zweiten Schritt wird das entstehende Keton oder Aldehyd mit einem reduzierenden Agenten, wie z. B. Ammoniak, reduziert.

Die Corey-Ghanem-Oxidation ist eine vielseitige und effiziente Synthesemethode, die für eine Vielzahl von Alkoholen angewendet werden kann. Sie ist besonders nützlich für die Oxidation von empfindlichen Alkoholen, die mit anderen Oxidationsmethoden nicht stabil sind.

Auszeichnungen

Corey hat im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen für seine wissenschaftlichen Leistungen erhalten. Zu seinen wichtigsten Auszeichnungen gehören:

  • Der Nobelpreis für Chemie im Jahr 1990
  • Die National Medal of Science im Jahr 1985
  • Die Copley-Medaille der Royal Society im Jahr 1998

Corey ist einer der bedeutendsten Chemiker des 20. Jahrhunderts. Seine Arbeiten haben die Organische Chemie revolutioniert und haben wichtige Auswirkungen auf die Biochemie und die moderne medizinische Wissenschaft gehabt.

 

Schematische darstellung der Corey-Ganem-Reaktion

Schematische darstellung der Corey-Ganem-Reaktion

Otto Paul Hermann Diels und Kurt Alder:

Diels wurde in Hamburg geboren und zog mit seiner Familie nach Berlin, wo er Chemie studierte. Er blieb bis 1915 an der Universität Berlin und nahm dann eine Stelle an der Universität Kiel an, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1945 blieb. Während seiner Zeit in Kiel arbeitete er mit Kurt Alder an der Entwicklung der Diels-Alder-Reaktion.
Alder wurde im Industriegebiet von Königshütte in Schlesien geboren. Als Königshütte ein Hafen von Polen wurde, zog er nach Berlin. Er promovierte in Kiel, wo er Herrn Diels kennenlernte. Alder erhielt mehrere Ehrentitel und andere Auszeichnungen, darunter 1950 den Nobelpreis für Chemie, den er sich mit seinem Lehrer Diels für ihre Arbeiten über die Diels-Alder-Reaktion teilte.

Schematische Darstellung der Diels-Alder Reaktion

Schematische Darstellung der Diels-Alder Reaktion

1850 studierte Friedel in Straßburg Naturwisschenschaften und setzte dies nach einer Unterbrechung 1852 an der Sorbonne fort. Von 1856 bis 1870 arbeitete er als Kurator der Mineraliensammlung der École des Mines. Während dieser Zeit vertiefte er seine chemischen Kenntnisse unter Charles Adolphe Wurtz im Labor der École de médecine. 1861 lernten sich hier Charles Friedel und James Mason Crafts kennen. James studierte nach dem Bachelor of Science (1858) 1859 an der Bergakademie Freiberg, 1860 an der Universität Heidelberg und 1861 an der École de Médecine in Paris. Im Jahr 1877 entdeckten sie die katalytische Wirkung von Aluminiumchlorid bei Reaktionen von Aromaten mit Alkylhalogeniden, heute bekannt als Friedel-Crafts-Reaktionen. Dies ist eine grundlegende Reaktion, die jeder Chemiker lernt und auch in den Laboren der ChemCon durchgeführt wird.

Tohru Fukuyama ist eine herausragende Persönlichkeit auf dem Gebiet der organischen Chemie, bekannt für seine bahnbrechenden Forschungen und die Entwicklung innovativer Synthesemethoden, insbesondere der Fukuyama-Amin-Synthese. Diese Methode revolutionierte die Synthese sekundärer Amine, indem sie einen neuartigen Weg über Nosylamide eröffnete und die Thiolat-induzierte Eliminierung nutzte, um diese Umwandlung zu erreichen. Abgesehen von ihren technischen Vorzügen hat die Fukuyama-Amin-Synthese den Horizont für die Synthese von Polyamiden erweitert und zur Verbesserung der Festphasensynthesetechniken beigetragen. Die Festphasensynthese kann auch zur Herstellung von Biopolymeren verwendet werden. Fukuyamas akademische Laufbahn ist von zahlreichen Errungenschaften geprägt, darunter wichtige Veröffentlichungen und die Betreuung der nächsten Generation von Chemikern. Seine Arbeit hat wesentlich zu Fortschritten in der Pharmazie und den Materialwissenschaften beigetragen, was seinen großen Einfluss sowohl auf die akademische Forschung als auch auf praktische Anwendungen in der chemischen Synthese zeigt.

Schematische Darstellung der Fukuyama-Amin-Synthese

Schematische Darstellung der Fukuyama-Amin-Synthese

Sigmund Gabriel wurde am 07.November 1851 in Berlin geboren. Er studierte und promovierte bis 1874 in Heidelberg bei Robert Wilhelm Bunsen. Bis 1921 war er Professor an der Berliner Universität wo er organische Stickstoff-Verbindungen untersuchte. 1887 entwickelte er die nach ihm benannte Gabriel Synthese zur Darstellung von primären Alkylaminen. Im Jahr 1888 wurde er außerdem zu einem Mitglied der Leopoldina gewählt.

Die Reaktion ist ein reines Laborverfahren aufgrund schlechter Atomökonomie. Die Synthese primärer Amine aus Halogenalkanen und Ammoniak ist nicht möglich da dabei Amine anderer Alkylierungstufen gebildet werden. Ein Beispiel für ein sekundäres Amin ist das Piperidin welches vom dänischen Chemiker Hans Christian Ørsted erstmals isoliert wurde.

Victor Grignard:

Nicht bestandene Aufnahmeprüfungen in Mathematik - Militärdienst - Nobelpreisträger für Chemie

Obwohl er die Aufnahmeprüfung zunächst nicht bestand, versuchte er es nach einem Jahr beim Militär erneut und war erfolgreich. Das reichte ihm aber nicht und er wechselte zur Chemie.
Dank Dr. Grignard, der 1912 (zusammen mit Paul Sabatier) den Nobelpreis für Chemie erhielt, ist es heute möglich, Synthesen mit fortschrittlichen Methoden in der organischen Chemie durchzuführen.
Grignard veröffentlichte rund 170 wissenschaftliche Artikel über seine Arbeit und arbeitete bis zu seinem Tod an einer großen chemischen Enzyklopädie in französischer Sprache.
Auch wenn er anfangs vor einer Herausforderung stand, hat er nie aufgegeben.

Schematische Darstellung der Grignard-Reaktion

Schematische Darstellung der Grignard-Reaktion

August Wilhelm Hofmann (ab 1888 „von Hofmann“) wurde 1818 in Gießen geboren. Er immatrikulierte sich 1836 an der heutigen Justus-Liebig-Universität in Gießen, zunächst für Rechtswissenschaft, später jedoch für Chemie unter Justus Liebig. 1841 promovierte er unter Liebig mit einer Arbeit über die „Chemische Untersuchung der organischen Basen im Steinkohlenteer „.

In 1845 wurde das „Royal College of Chemistry“ in London mit Hofmann als ersten Direktor gegründet. Nach dem Tod von Prinz Albert ging die Unterstützung der britischen Industrie zurück und Hofmann entschied sich dazu, den Ruf zur Universität Berlin als Professor anzunehmen. Er lehrte anorganische und organische Chemie, schrieb ein Lehrbuch und entwickelte den Hofmann-Zersetzungsapparat.

Im Jahr 1867 gründete er unter anderem mit dem Nobelpreisträger Adolf Bayer die „Deutsche Chemische Gesellschaft“; die Vorgänger Vereinigung zur „Gesellschaft Deutscher Chemiker“ (GDCh).

Die Hofmann Eliminierung ist ein in der Anästhesiologie relevanter Mechanismus in Bezug auf die Inaktivierung bestimmter Muskelrelaxantien.

Schematische Darstellung der Hofmann Eliminierung

Schematische Darstellung der Hofmann Eliminierung

Henry Gilman (1911–1986), ein herausragender amerikanischer Chemiker, wird als der Vater der Organometallchemie gefeiert. Geboren am 1. Dezember 1911 in Boston, Massachusetts, führte Gilmans akademischer Weg zu einem Doktortitel von der Harvard University im Jahr 1935 unter der Anleitung von E.C. Kendall.

Seine illustre Karriere umfasste akademische Positionen an Institutionen wie der Iowa State University, der University of Iowa und dem Iowa State College. Gilmans bahnbrechende Beiträge zur Organometallchemie etablierten ihn als eine Schlüsselfigur auf diesem Gebiet.

Eine seiner bedeutendsten Errungenschaften war die Entwicklung des Gilman-Reagenz – einer Lithium- oder Kupfer-Organocupratverbindung, die in der organischen Synthese weithin zur Bildung von Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen verwendet wird. Seine Forschung vertiefte sich in die Synthese, Struktur und Reaktivität von Verbindungen, die Metall-Kohlenstoff-Bindungen enthalten, und trug wesentlich zum Verständnis von Metallierungsreaktionen bei, bei denen ein Metall ein Wasserstoffatom in einem organischen Molekül ersetzt.

Henry Gilmans Vermächtnis erstreckt sich über seine innovativen Methoden hinaus. Er erhielt renommierte Auszeichnungen für seine Arbeit, darunter die Priestley-Medaille, die höchste Auszeichnung der American Chemical Society (ACS). Er wurde in die National Academy of Sciences gewählt und als Mitglied der American Academy of Arts and Sciences anerkannt. Gilman war auch Mitglied der Royal Society of Chemistry.

Die nachhaltige Wirkung von Gilmans Beiträgen spiegelt sich in der fortgesetzten Verwendung des Gilman-Reagenzes und verwandter Reaktionen in der organischen Synthese wider. Seine Hingabe an die Weiterentwicklung der Organometallchemie hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ihn zu einer geachteten Persönlichkeit in der wissenschaftlichen Gemeinschaft gemacht, die seinen Platz als Pionier auf dem Gebiet der Chemie sichert.

Schematische Darstellung der Ketonsynthese von Gilman und van Ess

Schematische Darstellung der Ketonsynthese von Gilman und van Ess

Heinrich Emil Albert Knoevenagel...

..., geboren in Hannover, war ein deutscher Chemiker.

Nach Studien in Hannover und Göttigen promovierte er 1889. Knoevenagel folgte Victor Meyer nach Heidelberg und wurde dort sein Assistent.  Er habilitierte sich 1892 in Heidelberg mit dem Thema "Asymmetrischer Kohlenstoff". Emil Knoevenagel arbeitet als Professor an der Universität Heidelberg und beschäftigt sich mit Stickstoff-Heterocyclen-Verbindungen. Die Herstellung von ungesättigten Carbonylverbindungen ist nach ihm als Knoevenagel-Reaktion benannt. Ein besonderes Beispiel für die Aldol-Kondensation.

Schematische Darstellung der Knövenagel Reaktion

Schematische Darstellung der Knövenagel Reaktion

Hermann Kolbe wurde 1818 in Elliehausen geboren. Ab 1838 legte der das Abitur in Göttingen ab und startete direkt mit seinem Chemie Studium an der Georg-August-Universität. Ab 1842 wurde er Assistent von Robert Wilhelm Bunsen in Marburg. Seine Promotion beendete im Herbst 1843 mit der Arbeit „Ueber die Produkte der Einwirkung des Chlors auf Schwefelkohlenstoff“. Von 1845 bis 1847 war Kolbe an der University of London Assistent von Lyon Playfair. Während seiner Zeit in London fand er mit Edward Frankland die Darstellungsweise von Carbonsäuren aus Nitrilen. Zur gleichen Zeit fand Kolbe auch eine Darstellung von dimerisierten Alkanen mithilfe von Elektrolyse von Carbonsäuren. Ab 1851 wurde er Nachfolger von Bunsen an der Universität Marburg. Ordentlicher Professor wurde er ab 1865 an der Universität Leipzig. Hier wurde 1868 das „chemische Institut der Universität Leipzig“ nach seinen Plänen gebaut.

Die Kolbe-Schmitt-Reaktion war für die Medizin besonders bedeutsam. Die Salicylsäure besonders deren Derivat die Acetylsalicylsäure (ASS) ist, ist ein unter anderem Fieber und Schmerz lindernder Wirkstoff.

ASS ist seit 1977 auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO aufgeführt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird der Wirkstoff in diversen Produkten vertrieben.

Schematische Darstellung der Kolbe-Schmitt-Reaktion

Schematische Darstellung der Kolbe-Schmitt-Reaktion

Carl Ulrich Franz Mannich wurde 1877 in Breslau geboren. Er studierte ab 1898 Pharmazie in Marburg und Berlin. In 1903 promovierte er in Basel und habilitierte 1907 in Berlin. Von 1911 bis 1917 lehrte er pharmazeutische Chemie in Göttingen. Ab 1920 ging er nach Frankfurt am Main. Danach war Mannich bis 1943 Ordinarius für pharmazeutische Chemie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und gleichzeitig Direktor des pharmazeutischen Instituts. Ab 1946 übernahm er den Lehrstuhl für pharmazeutische Chemie am heutigen Karlsruher Institut für Technologie.

Von 1932 bis 1934 war er der Präsident der „Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft“, welche seit 1959 die Carl-Mannich-Medallie für „hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Pharmazie“ verleiht.

Die Mannich Reaktion findet Anwendung in der Synthese von Naturstoffen, der Herstellung von Arznei- und Pflanzenschutzstoffe sowie der Lack- und Polymerchemie.

Wir bei ChemCon haben als CDMO über 25 Jahre Erfahrung mit der Entwicklung und Herstellung von Arzneistoffen (API) unter höchsten GMP Bedingungen. Unter anderem sind das Wirkstoffe mit Anwendung in der Krebstherapie, Augenheilkunde und gegen seltene Krankheiten (orphan diseases).

Neben der Auftragsentwicklung hat ChemCon ein namhaftes Labor zur Auftragsanalytik aufbauen können welches nach GMP- und ICH-Richtlinien, sowie Arzneibuch, Ph. Eur. etc. fungiert.

Seit einigen Jahren wird auch die Substanzklasse der Polymere, insbesondere die Polyethylenimine (PEI) und die Polyoxazoline (PxOx), in unseren Laboren hergestellt. In der pharmazeutischen Industrie können diese als Reagenz zur Trennung von Nukleinsäuren eingesetzt werden. PEIs werden außerdem als Transfektionsmittel verwendet. Um als Hilfstoffe in Medikamenten eingesetzt zu werden müssen sie nach GMP hergestellt werden. Hierbei hat ChemCon die größte Erfahrung.

Schematische Darstellung der Mannich Reaktion

Schematische Darstellung der Mannich Reaktion

Arthur Michael...

...war ein US-amerikanischer Chemiker, der nie seinen Universitätsabschluss machte. Sein Wissen über Chemie eignete er sich durch lokale Lehrer in seinem Privatlabor an. Aufgrund einer Krankheit war es ihm nicht möglich ein Studium in Harvard zu absolvieren. Weiteres Wissen erlang er durch Besuche von bekannten Chemikern auf einer Europareise. Am Tufts College lernte er seine Frau kennen und arbeitete als Professor für Chemie. 1912 ging er an die Harvard University, an der er bis 1936 als Professor ohne Vorlesungspflicht wirkte. Heutzutage ist Arthur Michael hauptsächlich für die nach ihm benannte Michael Addition bekannt.

Sir William Henry Perkin, geboren am 12. März 1838 in London, war ein renommierter Chemiker, dessen zufällige Entdeckung die Textilindustrie revolutionierte und die Welt der Wissenschaft unauslöschlich geprägt hat.

Perkins Weg in die Chemie begann schon in jungen Jahren, als er ein reges Interesse an der Wissenschaft zeigte. Er setzte seine akademischen Bemühungen am Royal College of Chemistry unter der Mentorschaft von August Wilhelm von Hofmann, einem bedeutenden Chemiker seiner Zeit, fort.

Bei dem Versuch, Chinin, ein Medikament zur Behandlung von Malaria, zu synthetisieren, stieß Perkin 1856 auf einen unerwarteten Durchbruch. Anstelle von Chinin entdeckte er einen leuchtend violetten Farbstoff, den er später "Mauveine" oder "Mauve" nannte. Diese zufällige Kreation erwies sich als bahnbrechend für die Textilindustrie, da sie eine kostengünstige Alternative zu natürlichen Farbstoffen darstellte und eine Revolution im Bereich der Farben auslöste.

Perkin erkannte das kommerzielle Potenzial seiner Entdeckung und gründete eine chemische Produktionsfirma, um synthetische Farbstoffe in industriellem Maßstab herzustellen. Sein Unternehmergeist und seine wissenschaftlichen Fähigkeiten verhalfen ihm zu großem Erfolg und machten ihn zu einer führenden Persönlichkeit in der chemischen Industrie.

Perkins Beiträge gingen über die Entdeckung des Mauveins hinaus. Er setzte seine Innovationstätigkeit fort und führte eine Reihe synthetischer Farbstoffe ein, die die Modeindustrie veränderten und in der Druckerei und Fotografie Anwendung fanden.

Neben seinen Leistungen in der Industrie waren Perkins akademische Aktivitäten ebenso bemerkenswert. Seine Studien am Royal College of Chemistry legten den Grundstein für seine bahnbrechenden Forschungen, und seine Betreuung durch Hofmann förderte seine Leidenschaft für die Chemie.

Perkins Vermächtnis ist ein Zeugnis für die Kraft der wissenschaftlichen Neugier und Innovation. Seine zufällige Entdeckung des Mauveins revolutionierte nicht nur die Textilindustrie, sondern veränderte auch die Art und Weise, wie wir Farbe und Kreativität wahrnehmen.

Sir William Henry Perkin, der 1906 für seine Beiträge zur Chemie zum Ritter geschlagen wurde, ist nach wie vor eine gefeierte Persönlichkeit in der wissenschaftlichen Gemeinschaft, und sein Name ist ein Synonym für Fortschritt und Einfallsreichtum im Bereich der Chemie.

Schematische Darstellung der Perkin-Reaktion

Schematische Darstellung der Perkin-Reaktion

Bronisław Leonard Radziszewski wurde 1838 in Warschau geboren. 1855 beendete er das Gymnasium in Warschau und begann daraufhin ein Studium der Naturwissenschaften in Moskau. Nach seinem Studium war er im Jahr 1862 Naturkundelehrer am III. Gymnasium in Warschau. Er war aktiv am Januaraufstand im Jahr 1863 beteiligt. Nach dem Scheitern des Aufstands verließ er Polen, um zwischen 1864 und 1867 in Gent unter August Kekulé Chemie zu studieren. Er promovierte 1867 und war danach bis 1870 Chemie-Assistent an der Universität Leuven. Nach seiner Zeit in Belgien kehrte er nach Polen zurück und wurde stellvertretender Professor für Chemie am Technischen Institut in Krakau. Zusätzlich war er Lehrer an der Realschule. 1872 wurde er Professor für allgemeine und pharmazeutische Chemie in Lwów und somit der erste auf Polnisch lehrende Chemieprofessor dort. Er leitete auch den Lehrstuhl für Pharmazie und war Direktor des Chemischen Instituts. 1874 war er Mitbegründer der Polnischen Gesellschaft der Naturwissenschaftler Kopernikus. Ab 1879 war Radziszewski Dekan der Philosophischen Fakultät und ab 1882 Rektor der Universität Lwów.

Die Radziszewski-Synthese wird dazu verwendet, um Imidazole darzustellen. Imidazol ist ein Strukturelement des Hormons Histamin. Heutzutage kann Histamin durch Decarboxylierung der Aminosäure Histidin auch synthetisch hergestellt werden. Histamin wird unter anderem in einem Medikament zur Behandlung seltener Formen von Leukämie und in Allergietests verwendet. Damit Histamin in Medikamenten verwendet werden darf, muss es unter strengen GMP-Bedingungen produziert werden.

Schematische Darstellung der Radziszewski Synthese

Schematische Darstellung der Radziszewski Synthese

Das Leben und Vermächtnis von Leopold Ružička: Pionierarbeit an den Grenzen der Chemie

In den Annalen wissenschaftlicher Errungenschaften gibt es nur wenige, die so tiefgreifende Spuren hinterlassen haben wie Leopold Ružička, ein Visionär, dessen Arbeit nicht nur die Chemie voranbrachte, sondern auch den Grundstein für zahllose Innovationen in der Medizin, der Parfümerie und darüber hinaus legte. Geboren am 13. September 1887 in Vukovar, damals Teil der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (heute Kroatien), ist Ružičkas Weg von einer Kleinstadt an die Spitze wissenschaftlicher Anerkennung ein Zeugnis für die anhaltende Kraft von Neugierde und Beharrlichkeit.

Frühes Leben und Ausbildung

Ružičkas akademischer Weg begann an der Technischen Universität Karlsruhe, wo er Chemieingenieurwesen studierte. Sein Wechsel an die Universität Zürich, wo er unter der Leitung von Professor Hermann Staudinger promovierte, legte jedoch den Grundstein für seine bahnbrechenden Arbeiten. Staudinger, selbst Nobelpreisträger, weckte in Ružička die Leidenschaft für die organische Chemie, insbesondere für das Studium der Naturstoffe.

Akademische Errungenschaften und Forschung

Ružičkas Karriere zeichnete sich durch seine bahnbrechenden Forschungen auf dem Gebiet der Chemie der Naturstoffe aus. Seine frühen Arbeiten befassten sich mit der Untersuchung von Terpenen, einer Klasse organischer Verbindungen, die in ätherischen Ölen und Pflanzenharzen vorkommen und für die Duft- und Aromenindustrie von entscheidender Bedeutung sind. Ružičkas Untersuchungen zur Struktur und Synthese von Terpenen legten den Grundstein für die moderne organische Synthese, die es Chemikern ermöglicht, komplexe organische Moleküle im Labor herzustellen.

Der vielleicht bedeutendste Beitrag von Ružička war seine Forschung zu den Geschlechtshormonen. In den 1930er Jahren synthetisierte er mehrere wichtige Hormone, darunter Testosteron und Androsteron, und revolutionierte damit das Studium der Biochemie und Endokrinologie. Seine Arbeit trug nicht nur zum besseren Verständnis der menschlichen Biologie bei, sondern hatte auch praktische Anwendungen in der Medizin, etwa bei der Behandlung von Hormonstörungen und der Entwicklung von Verhütungsmitteln.

Nobelpreis und Einfluss auf die moderne Chemie

In Anerkennung seiner Beiträge zur Erforschung organischer Verbindungen wurde Ružička 1939 mit dem Nobelpreis für Chemie "für seine Arbeiten über Polymethylene und höhere Terpene" ausgezeichnet. Diese Auszeichnung war die Krönung jahrelanger akribischer Forschung und Innovation und unterstreicht seine Rolle bei der Erweiterung der Grenzen der organischen Chemie.

Ružičkas Einfluss auf die moderne Chemie geht über seine mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Arbeit hinaus. Er war ein Pionier des Konzepts der chemischen Synthese und zeigte, dass es möglich ist, komplexe natürliche Moleküle im Labor nachzubauen und zu verändern. Dieses Prinzip ist zu einem Eckpfeiler der modernen pharmazeutischen Chemie geworden, in der die Synthese eine entscheidende Rolle bei der Arzneimittelentwicklung spielt.

Erbe und Wirkung

Neben seinen wissenschaftlichen Leistungen war Ružička auch ein Mentor für künftige Generationen von Chemikern. Als Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich inspirierte er unzählige Studenten mit seinem Engagement für Forschung und Innovation. Sein Vermächtnis besteht nicht nur in den Molekülen, die er entdeckte oder synthetisierte, sondern auch in den Köpfen, die er formte, und in der wissenschaftlichen Gemeinschaft, die er förderte.

Leopold Ružičkas Beiträge zur Chemie waren wegweisend. Indem er die Komplexität organischer Moleküle entschlüsselte, brachte er nicht nur das Fachgebiet der Chemie voran, sondern hatte auch tiefgreifende Auswirkungen auf Medizin, Industrie und Landwirtschaft. Seine Arbeit ist ein Beispiel für die Kraft der Wissenschaft, die Geheimnisse der natürlichen Welt zu entschlüsseln und das Leben der Menschen zu verbessern. Während wir weiterhin die Grenzen der Wissenschaft erforschen, bleibt Ružičkas Pioniergeist ein wegweisendes Licht, das uns an die unendlichen Möglichkeiten erinnert, die uns auf der Suche nach Wissen erwarten.

Schematische Darstellung der Ružička-Ringsynthese

Schematische Darstellung der Ružička-Ringsynthese

Sharpless studierte am Darthmouth College. Im Jahr 1968 promovierte er in organischer Chemie an der Stanford University.

Zusammen mit William S. Knowles und Ryoji Noyori erhielt Sharpless 2001 den Nobelpreis für Chemie für Arbeiten auf dem Gebiet stereoselektive Oxidationsreaktionen und 2022 erhielt er zusammen mit Carolyn Bertozzi und Morten Meldal seinen zweiten Nobelpreis für Chemie (für grundlegende Arbeiten in der Click-Chemie). Somit ist er neben Frederick Sanger die einzige Person, die zweimal mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde.

Akira Suzuki wurde am 12. September 1930 in Mukawa, Präfektur Hokkaidō Japan geboren. 1959 promovierte er an der Universität Hokkaidō und wurde zwei Jahre später Assistenzprofessor dort. Von 1963 bis 1965 arbeitete er unter Nobelpreisträger Herbert Charles Brown an der Purdue University als Postdoktorand. Ab 1973 war er als Professor an japanischen Universitäten tätig. Zuerst in der Abteilung der Angewandten Chemie der Universität Hokkaidō, dann an der Universität Okayama und 1995 an der Kurashiki-Universität. Er hatte außerdem Gastprofessuren an der University of Wales und an der Purdue University.

Er forschte auf dem Gebiet der organischen Chemie, genauer untersuchte er Organoborverbindungen und deren Anwendungen in Synthese und Organometallchemie. Mit Brown arbeitete er an Hydroborierung und organischen Radikalen auf Organoboran-Basis. Er führte Organoborverbindungen als Carbanionen in die chemische Synthese ein. Später galt sein Interesse der Palladium-katalysierten Kreuzkupplung von Organoborverbindungen wo er die Suzuki-Kupplung entdeckte.

Für diese Entdeckung wurde ihm 2010 zusammen mit Ei-Ichi Negishi und Richard F. Heck der Nobelpreis für Chemie verliehen.

Im Jahr 2023 ging der Nobelpreis der Chemie an Moungi Bawendi, Alexei Iwanowitsch Jekimow und Louis Brus. Sie entdeckten und entwickelten Quantenpunkte. Diese sind für verschiedene Anwendungen von Interesse.

Zum Beispiel:

  • Markerfarbstoffe
  • LED’s
  • Quantenpunktlaser
  • Quantencomputing
  • u.v.m.

 

Schematische darstellung der Suzuki Kupplung

Schematische darstellung der Suzuki Kupplung

Daniel Swern war ein renommierter amerikanischer Chemiker, der von 1916 bis 1982 lebte. Er machte sich insbesondere einen Namen durch seine bedeutenden Beiträge zur Organischen Chemie. Eine seiner herausragenden Leistungen ist die Entwicklung der nach ihm benannten Swern-Oxidation. Diese Namensreaktion, auch als Swern-Umlagerung bekannt, ermöglicht die milde und selektive Oxidation sekundärer Alkohole zu Ketonen, ohne dabei primäre Alkohole zu beeinträchtigen. Die Swern-Oxidation wird weltweit in der organischen Synthese eingesetzt und hat sich als äußerst nützliches Werkzeug für die Umwandlung von Alkoholen in Ketone erwiesen, ohne dabei auf stark oxiderende Bedingungen zurückgreifen zu müssen.

Daniel Swerns Hingabe zur Forschung und seine innovativen Beiträge in der Organischen Chemie haben seinen Einfluss über seinen Tod hinaus fortbestehen lassen. Die Swern-Oxidation ist zu einem festen Bestandteil im Arsenal von Organikern geworden, die komplexe Moleküle synthetisieren und dabei die empfindlichen Strukturen schonend manipulieren möchten. Swerns Vermächtnis lebt somit nicht nur in seiner eigenen akademischen Laufbahn weiter, sondern auch in der täglichen Arbeit von Chemikern weltweit, die von seinen Entwicklungen profitieren.

Die Swern Reaktion findet in folgenden Gebieten Anwendung:

  • Pharmazeutische Industrie: In der Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen können Alkohole durch die Swern-Oxidation in Keton-Strukturen umgewandelt werden. Dies kann ein entscheidender Schritt in der Synthese von Arzneimitteln sein.
  • Feinchemikalienproduktion: In der Produktion von Feinchemikalien, die in verschiedenen Industriezweigen verwendet werden, kann die Swern-Reaktion eingesetzt werden, um spezifische Keton-Strukturen zu erzeugen.
  • Aromachemikalien: In der Aromachemikalien-Industrie, insbesondere bei der Herstellung von Duftstoffen und Aromastoffen, kann die Swern-Oxidation eine Rolle bei der Synthese bestimmter Moleküle spielen.
  • Materialwissenschaften: In einigen Fällen wird die Swern-Oxidation auch in der Herstellung von Polymeren und anderen Materialien genutzt, in denen spezifische Ketongruppen eingeführt werden müssen.
Schematische Darstellung der Swern Oxidation

Schematische Darstellung der Swern Oxidation

Frederick Nye Tebbe...

... war ein metallorganischer Chemiker, der das so genannte Tebbe-Reagenz veröffentlichte, mit dem man eine Methylengruppe anstelle einer Carbonylfunktion einführen kann.

Tebbe wurde in Oakland, Kalifornien, geboren. Er studierte Chemie und erhielt einen Bachelor-Abschluss an der Pennsylvania State University.
Nach dem Chemiestudium ging er für ein Jahr an die Montana State University und studierte Psychologie und Philosophie. Im Jahr 1965 wurde er von der zentralen Forschungsabteilung von DuPont eingestellt, wo er das Tebbe-Reagenz entwickelte, das von Robert Grubbs (Nobelpreis 2005) nach ihm benannt wurde.

Schematische Darstellung der Tebbe Reaktion

Schematische Darstellung der Tebbe Reaktion

Fritz Ullmann war ein Deutscher Chemiker.

Er studierte an der Universität in Genf, wo er 1895 promoviert wurde. An der Technische Hochschule Berlin lehrte er von 1905 bis 1913 als Privatdozent und von 1922 bis 1925 als assoziierter Professor.
Von 1914 bis 1922, veröffentlichte er die erste Auflage der Encyclopedie der Technischen Chemie in 12 Bänden ein Standardwerk, das seit dieser Zeit immer wieder Aktualisierung erfährt.
Er entwickelte einige wichtige Synthese Methoden wie die Synthese von Diarylaminen, Synthese von Carbazolen und die hier vorgestellte Ullmann Reaktion zur Herstellung von Biarylen.

Schematische Darstellung der Ullmann Reaktion

Schematische Darstellung der Ullmann Reaktion

Julius von Braun war ein deutscher Chemiker, der am 26. Juli 1875 in Warschau geboren wurde und am 8. Januar 1939 in Heidelberg verstarb. Nachdem er 1893 seine Reifeprüfung am humanistischen Gymnasium in Warschau abgelegt hatte, studierte er Chemie an der Universität Göttingen, der Königlich Technischen Hochschule Charlottenburg und der Universität München. Im Jahr 1898 promovierte er unter dem Nobelpreistärger Otto Wallach an der Universität Göttingen.

Braun arbeitete als Assistent am Chemischen Institut in Göttingen und wurde 1902 Privatdozent. 1909 wurde er Außerordentlicher Professor an der Universität Breslau und später Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. 1921 wechselte er als ordentlicher Professor für Chemie an die Universität Frankfurt am Main.

Braun erforschte die Reaktionen zahlreicher Alkaloide und synthetisierte organische Verbindungen. Er entdeckte auch die Rosenmund-von-Braun-Reaktion und die Von-Braun-Reaktion. Letztere ist auch als Von-Braun-Amid-Abbau bekannt und eine Namensreaktion der organischen Chemie. Bei dieser Synthese entstehen Halogenalkane und Nitrile.

Heute haben Halogenalkane eine Vielzahl von Anwendungen, darunter als Lösungsmittel, Kühlmittel, Treibmittel, Flammschutzmittel und in der Medizin. Die Verwendung von Halogenalkanen als Treibmittel in der Medizin ist jedoch umstritten, da sie zur Zerstörung der Ozonschicht beitragen können.

Schematische Darstellung des Von-Braun-Abbau

Schematische Darstellung des Von-Braun-Abbau

Karl Ziegler war ein deutscher Chemiker, der für seine Beiträge zur Polymerchemie, der metallorganischen Chemie und der homogenen Übergangsmetall-Katalyse bekannt ist. Er wurde 1898 in Helsa geboren und studierte Chemie an der Universität Marburg, wo er 1920 promovierte. Er arbeitete zunächst bei der I.G. Farben Industrie AG, bevor er eine akademische Laufbahn einschlug. Er war Professor an den Universitäten Frankfurt, Heidelberg und Tübingen, bevor er 1943 die Leitung des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr übernahm.

Zu seinen wichtigsten wissenschaftlichen Errungenschaften gehört die Entdeckung der Ziegler-Natta-Katalyse, die es ermöglicht, Polymere mit einer präzisen Molekularstruktur herzustellen. Diese Polymere haben verbesserte Eigenschaften und finden vielfältige Anwendungen in der Kunststoffindustrie. Ziegler erfand auch das Ziegler-Verfahren zur Herstellung von Fettalkoholen aus Ethen und Triethylaluminium, die als Rohstoffe für biologisch abbaubare Waschmittel dienen. Außerdem erforschte er freie Radikale, alkaliorganische Verbindungen, Ringschlussreaktionen, Naturstoffe und elektrochemische Phänomene.

Für seine herausragenden Leistungen wurde Ziegler mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, darunter der Nobelpreis für Chemie im Jahr 1963, den er sich mit Giulio Natta teilte. Er war auch Mitbegründer und erster Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und Ehrenbürger der Stadt Mülheim. Er stiftete einen Großteil seines Vermögens für die Förderung der chemischen Forschung und hinterließ eine bedeutende Kunstsammlung. Er starb 1973 im Alter von 74 Jahren.   

 

Schematische Darstellung der Wohl-Ziegler-Reaktion

Schematische Darstellung der Wohl-Ziegler-Reaktion

Georg Friedrich Karl Wittig:

Wittig war ein deutscher Chemiker und Nobelpreisträger. Aufgrund seines familiären Hintergrunds war er künstlerisch sehr begabt. Er spielte Klavier, komponierte und malte sehr gut. Doch seine Liebe galt der Chemie. Obwohl er mitten in seinem Chemiestudium eingezogen wurde und in Kriegsgefangenschaft geriet, setzte er sein Studium fort, sobald er frei war.

Mittels der Wittig-Reaktion können Kohlenstoff-Kohlenstoff Doppelbindungen geknüpft werden. Dabei kommt eine Carbonylverbindung und ein Phosphonium Ylid zum Einsatz, wobei der Carbonly-Sauerstoff gegen den Kohlenstoff substituiert wird.

Schematische Darstellung der Wittig Reaktion

Schematische Darstellung der Wittig Reaktion

Charles Adolphe Wurtz, auch als Karl Adolph Wurtz bekannt, war ein renommierter französischer Chemiker und Arzt, der am 26. November 1817 in Straßburg zur Welt kam und am 12. Mai 1884 in Paris verstarb. Sein wissenschaftlicher Fokus lag auf der Chemie der Kohlenwasserstoffe und organischen Stickstoffverbindungen.

 

Wurtz wurde als Sohn von Jean Jacques Wurtz, einem evangelischen Pfarrer, in Straßburg und Wolfisheim geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Nach dem Abschluss des evangelischen Gymnasiums in Straßburg im Jahr 1834, begann er mit der Unterstützung seines Vaters ein Medizinstudium. Seine besondere Neigung zur klinischen Chemie führte dazu, dass er 1839 zum Chef des travaux chimiques an der Medizinischen Fakultät in Straßburg ernannt wurde.

 

Wurtz ist bekannt für die Synthese von Ethylamin und die Entdeckung von Glycol und Phosphoroxychlorid. Zusammen mit Rudolph Fittig wurde die Wurtz-Fittig-Synthese benannt, ein Verfahren zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen aus Halogenalkanen durch Einwirkung von Alkalimetallen.

 

Nach einem Studienjahr bei Justus von Liebig in Gießen kehrte er nach Paris zurück und arbeitete im Labor von Jean-Baptiste Dumas. Im Jahr 1845 wurde er Assistent von Dumas an der École de Médicine de Paris und begann vier Jahre später, Vorlesungen über organische Chemie zu halten.

 

Trotz der bescheidenen Ausstattung seines Labors an der École de Médicine de Paris eröffnete er 1850 ein eigenes privates Laboratorium in der Rue Garenciere. Im selben Jahr wurde er Professor für Chemie am neu gegründeten Institut Agronomique in Versailles, das jedoch bereits 1852 wieder geschlossen wurde.

Im Jahr 1853 übernahm er den Lehrstuhl für Organische Chemie an der Medizinischen Fakultät, der durch den Rücktritt von J.B.A. Dumas frei geworden war. Im Jahr 1866 wurde er Dekan der Fakultät für Medizin. Er behielt den Titel eines Ehren-Dekans, als er 1875 aus dem Amt ausschied.

 

Wurtz war Ehrenmitglied fast aller wissenschaftlichen Gesellschaften in Europa. Er war Mitbegründer der Société Chimique de France (1858), war dort erster Sekretär und dreimal Präsident. Seine Arbeit und sein Einfluss auf die Chemie sind bis heute spürbar, insbesondere durch die nach ihm benannte Wurtz-Reaktion.

 

Das von ihm entdeckte Ethylamin wird in der Herstellung von vielen Herbiziden, Pestiziden und der Herstellung von Gummi verwendet. Das Ethylenglycol wird in Frostschutzmitteln und der Herstellung von Polyester Fasern verwendet.

Schematische Darstellung der Wurtz Synthese

Schematische Darstellung der Wurtz Synthese